Die Eysteinkyrkja – die Kirche hoch oben im Dovrefjell

Die Kirchen am St. Olavsweg sind sehr verschieden. Manche sind riesig und imposant, andere sind klein und tief im Wald versteckt. Jede Kirche hat ihre eigene Geschichte. Diesmal die Eysteinkyrkja

Geschrieben von Hans-Jacob Dahl 14.04.2015 Hans-Jacob Dahl

Im Dovrefjell, fast 1000 Meter über dem Meeresspiegel, liegt die majestätische Eysteinskyrkja. Obwohl die Kirche selber relativ neu ist, der Ort ist schon seit dem Mittelalter ein attraktives Wanderziel.

Warum steht hier überhaupt eine Kirche, 965 Meter über dem Meeresspiegel, auf dem Dach Norwegens, im Dovrefjell? Die Eysteinkyrkja ist nicht alt. Sie wurde 1969 fertiggestellt. Entworfen hat sie Magnus Paulsson, der das Kirchengebäude inspiriert vom Gipfel Snøhette zeichnete. Die Kirche wird für Gottesdienste und andere Liturgien genutzt. Gleichzeitig ist sie immer auch Pilgerkirche gewesen. Die ersten modernen Pilger, die über das Dovrefjell gingen, sind im Erbauungsjahr der Kirche von dort aus losgewandert. Die Pilgertage im Dovrefjell werden jedes Jahr Mitte Juli arrangiert, das erste Mal 1994.

Doch die Eysteinkyrkja ist nicht die erste Kirche hier in Hjerkinn. Wir wissen nicht wann die erste Kirche hier erbaut wurde und wir wissen nicht wann sie wieder verschwand, aber wissen, dass es sie gab. Aslak Bolts «jordebok», eine Aufzählung von Besitz und Landverteilung aus dem Jahre 1432, bestätigt diese Annahme. Im Mittelalter stand einmal eine Kirche in Hjerkinn, sie stand dort, um die Pilger auf ihrer Reise übers Gebirge aufzunehmen und zu versorgen.  

Pilger im Dovrefjell Foto: Hans-Jacob Dahl

Zwei Pilger besuchen die Eysteinkyrkja

Sie gehen nicht schnell, die zwei Pilger, die den letzten Hügel zur Eysteinkyrkja hinauf gehen. Zwei Menschen, die eine lange Wanderung hinter sich haben, zwei Rucksäcke und zwei Wanderstäbe – vier Füße auf dem Weg zum Ziel, das weit entfernt in Trondheim liegt. Aber noch sind sie im Dovrefjell, sie haben den Hügel hinter sich gebracht und gehen in die Kirche, legen Rucksäcke und Stäbe im Vorraum ab und werfen einen Blick ins Kirchenschiff.

Die zwei Pilger treten ins Kirchenschiff ein, setzen sich und Stille legt sich über den Raum. Es ist interessant etwas mehr über die Geschichte der Eysteinkyrkja zu erfahren. Das bringt die Pilger zum Nachdenken. Warum pilgern wir zum Nidarosdom nach Trondheim? Es ist schwer das in Worte zu fassen, aber es geht um mehr als nur von den Pilgern im Mittelalter zu hören. Eine Pilgerwanderung handelt auch vom eigenen Leben, von dem was vor uns, und dem was hinter uns liegt. Auf der tagelangen Wanderung hat man den Raum und Zeit nachzudenken und zu reflektieren. Gleichzeitig bekommt man viele äußere Anregungen auf dem Weg zum Ziel.  

Nach einer Weile erheben sich die beiden Pilger und gehen zum Altar. Jeder zündet seine kleine Kerze an. Dann gehen sie, nehmen Rucksäcke und Stäbe und wandern weiter – erst über die Hjerkinnshöhe und dann hinunter zur Kongsvold Fjeldstue. Dort werden sie essen und übernachten, bevor sie weiter über das Gebirge in Richtung Dom gehen, dort wo der Olavschrein einst stand.

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